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	<title>SAUGKULTUR &#187; dnt</title>
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	<description>Eine Initiative gegen Kulturdepression und für freie Entfaltung kreativen Potentials</description>
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		<title>Die Suche nach dem wahren Bild oder Digital Malewitsch</title>
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		<pubDate>Sat, 24 May 2014 12:37:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maxi Kretzschmar]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturjournalismus und PR]]></category>
		<category><![CDATA[alva noto]]></category>
		<category><![CDATA[bahadir hamdemir]]></category>
		<category><![CDATA[digital bauhaus]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Rezension eines Theaterabend im schönen Mai im schönen Weimar&#8230; MXZEHN inszeniert im Deutschen Nationaltheater Weimar auf der großen Bühne &#8220;Zehn Quadrat&#8221; und das hat nix mit Quadraturen von Kreisen zu tun, sondern muss so. Das erste Mal seit 15 &#8230; <a href="https://saugkultur.org/die-suche-nach-dem-wahren-bild-oder-digital-malewitsch/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Rezension eines Theaterabend im schönen Mai im schönen Weimar&#8230;</p>
<p>MXZEHN inszeniert im Deutschen Nationaltheater Weimar auf der großen Bühne &#8220;Zehn Quadrat&#8221; und das hat nix mit Quadraturen von Kreisen zu tun, sondern muss so. Das erste Mal seit 15 Jahren wohl bemerkt! Und das obwohl MXZEHN in Weimar das geworden sind, wofür sind bekannt sind: ephemere audiovisuelle Erlebnisse der Extraklasse.</p>
<p>Gong!</p>
<p>Stefan Kraus und Bahadir Hamdemir inszenieren Video theatral im Raum und beeindrucken Bauch und Brain gleichermaßen. Während die Anderen Stummfilmvertonung in 2D machen, macht MXZEHN großes Theater in 3D.</p>
<p>Gong!</p>
<p>4. Reihe, Mitte, yes!</p>
<p>Gong!</p>
<p>Die Bühne ist leer. Im hochgefahrenen Orchestergraben starten MXZEHN und die beiden Musiker Philipp Hiemann und Marc Sauter den Abend mit Scheinwerfern und einer sich über den Abend hervorragend entwickelnden Soundkulisse. Die Verhältnisse sind klar: rechts anolog, links digital.<br />
Der einfahrende Monitor holt den Besucher bei seinen medialen Lesegewohnheiten ab. Zugleich erinnert er an eine Hommage an den Videopionier Nam June Paik und das pop artige Readymade, während die Scheinwerfer sich wie Suchscheinwerfer im Kampf um das nexte Bild gebärden. Einerseits inszenieren sie den faktischen Nebel im Saal, andererseits helfen sie den Nebel im medial unterschiedlich konditionierten Wahrnehmungsapparat der Besucher zu lichten. Jetzt geht´s los!<br />
Eine weitere quadratische Leinwand mit 36 Rasterquadraten fährt ein, deren Mittelpunkt der Monitor bleibt. Zwischen klassischem Monitor und zeitgenössischer Leinwand scheint sich weniger sichtbar und dennoch omnipräsent die Geschichte der audiogetriggerten räumlichen Bilderflut und Videokunst zu entblättern. Während Alva Noto später ein kompaktes, in die Zeit gedehntes Bild zeigt, liest sich MXZEHN wie räumliches TV mit dreidimensionaler intermedialer Erzählstruktur. Wer jetzt immer noch in seinem gewohnten Rezeptionsverhalten verhaftet ist, wird mit rhythmisierten Buchstabenmustern eines Besseren belehrt. &#8220;Es ist, was es ist&#8221; scheint der ganze Raum sagen zu wollen. &#8220;Schaltet ab und kommt mit auf eine Reise mit 25 Masterpieces per seconds!&#8221;</p>
<p>MXZEHN sind trotz analogem Herzstück der medialen Welt verschrieben und erfüllen sich nach dem, wenn auch nonverbalen, doch fast scholastischem Intro ihren Traum des Ingenieurs. Sie nehmen das Publikum via animierte technische Zeichnungen, die noch Orientierung am Wahrnehmungshorizont des Publikums und damit des rationalisierten Alltags verspricht, mit in den Mittelpunkt der visuellen Technikwelt. Der Monitor vom Beginn weilt ruhig im Zentrum, während sich die projezierten Zahnräder stoisch um ihn drehen. Die hypnotische Wirkung beim Publikum lässt nicht lange auf sich warten und spätestens das zentrierte Feuerleuchten macht das digitale Lagerfeuer in seiner Wirkung perfekt &#8211; Massenhypnose per excellence! Und das in der Geburtsstätte der Hitlerjugend! Zufall? Absicht?<br />
Pixelquadrate brechen Statistiken und Diagramme, die sich mit artifiziellen und doch natürlich anmutenden Bewegungen verschmelzen und so dem Bauhausgedanken der Einheit von Kunst und Technik einprägsame Bilder verleihen. Das aufgelayerte Raster wird zum Wahrnehmungsraster, das mal Blickrichtungen lenkt, um dann immer wieder das Bild zu brechen. Der Besucher fragt sich: Wie kann ich audiovisuell erfahrenes lesen? Wie erfasse ich den Sinn?<br />
MXZEHN hat dafür eine Antwort: &#8220;Egal! Rave!&#8221; und legt über alles ihr MXZEHN-Raster, während die perfekt getimten Scheinwerfer die kollektive Besucherseele streicheln. Plötzlich wird es nahtodhell und die Assoziation zu Malewitschs Lebenswerk der schwarzen und weißen Quadrate drängt sich auf. Wenn Malewitsch ein Zeitgenosse wäre, würde er bestimmt minimalhörender Weise Medienkunst mit abertausenden Ebenen produzieren auf der Suche nach den perfekten schwarzen und weißen Quadraten&#8230; (aka Der Traum einer Kunstverständigen :-))</p>
<p>Zu Beginn des Outros befindet sich der Monitor wieder dort, wo er hingehört &#8211; im Zentrum der quadratischen Leinwand! Die Geschwister unterschiedlicher Generationen werden mit MXZEHN Classics, dem bereits bekanntem Raster und grafischen Grundelement bespielt und vereinen mühelos 50 Jahre Videokunstgeschichte. Das digital Bauhaus hat es ins Theater geschafft! Schlemmer wäre schon ein bisschen stolz auf die Weimarer Videopioniere&#8230;<br />
Jedoch, der Tanz um den goldenen Minitor nimmt ein abruptes Ende, frei nach dem Motto: &#8220;Wenns am schönsten ist, soll man gehen.&#8221;<br />
Und das tun die 4 Herren schließlich auch, nachdem sie das begeisterte Publikum euphorisch beklatschte.</p>
<p>tbc</p>
<p><a href="http://www.mxzehn.com" target="_blank">www.mxzehn.com</a><br />
<a href="http://www.alvanoto.com" target="_blank">www.alvanoto.com</a></p>
<p>Autorin: Maxi Kretzschmar, Kunst- und Kulturmanagerin</p>
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		<title>Elisa Liepsch über Dramaturgie</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 12:56:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Maxi Kretzschmar]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturjournalismus und PR]]></category>
		<category><![CDATA[deutsches natioanltheater weimar]]></category>
		<category><![CDATA[dnt]]></category>
		<category><![CDATA[dramaturgie]]></category>
		<category><![CDATA[elisa liepsch]]></category>
		<category><![CDATA[weimar]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu.&#8221; Mit diesem Motto ist der Auftakt der aktuellen Spielzeit am DNT überschrieben. Wie lautet Dein Motto am Theater? „No stress please, it’s just art.“ Aber eigentlich habe ich kein &#8230; <a href="https://saugkultur.org/elisa-liepsch-ueber-dramaturgie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu.&#8221; Mit diesem Motto ist der Auftakt der aktuellen Spielzeit am DNT überschrieben. Wie lautet Dein Motto am Theater?</p>
<p style="padding-left: 30px;">„No stress please, it’s just art.“ Aber eigentlich habe ich kein richtiges Motto. Mein Antrieb zum Theatermachen ist in erster Linie ein Interesse an Menschen und ihren Geschichten, die Neugierde und die Lust mich sinnlich verzaubern zu lassen, und die permanente Suche – nach künstlerischer Reibung zum Beispiel. Dabei möchte ich kontinuierlich verunsichert werden und meinen eigenen Standpunkt in Frage stellen. Für mich muss Theater auch immer einen politischen Aspekt haben. Der gesellschaftliche Gegenentwurf, der über die Bühne formuliert wird, muss auch dahinter praktiziert werden. Theater sollte in allen Instanzen ein Wagnis sein, vor allem aber auch Spaß machen.</p>
<p>Seit Sommer 2010 bist Du Dramaturgieassistentin am Weimarer Theater. Wie sieht ein Dramaturgen-Arbeitstag aus? Und mit wem arbeitest Du zusammen?</p>
<p style="padding-left: 30px;">Am Stadttheater ist man vor allem mit der Produktionsdramaturgie betraut, d.h. begleitet den kompletten Entstehungsprozess einer Inszenierung. Dies bedeutet zunächst die Vorbereitung der Produktion mit dem Regisseur, mit dem ein Konzept und die Strichfassung erarbeitet werden, um eine bestimmte Lesart des Stoffes darzulegen. Zunächst ist es also die intensive Arbeit am Text und später die konkrete Probenarbeit mit den Schauspielern. Dort ist man vor allem beratende Instanz, recherchiert Hintergrundmaterial und hat den Außenblick inne.<br />
Den klassischen Arbeitstag gibt es nicht. Der Tag ist quasi zweigeteilt, da es jeweils vormittags und abends Probenblöcke gibt. Die Zwischenzeit verbringe ich in Sitzungen, arbeite der Presseabteilung zu, recherchiere, erstelle das Programmheft. Hinzu kommt die Publikumsarbeit wie Stückeinführungen und Nachgespräche.<br />
Außerdem müssen bereits die zukünftigen Spielzeiten vorbereitet, Gespräche mit potentiellen Regisseuren, Autoren, Schauspielern etc. geführt und Besetzungen geplant werden. Das geschieht in Zusammenarbeit mit der Intendanz, mit der die programmatischen Schwerpunkte gesetzt werden. Und eigentlich müsste man viel mehr reisen, Theater gucken, Leute treffen, Impulse aufnehmen. Es ist ja eine Art produktiver Müßiggang, der immer wieder für neue Kreativität sorgt.</p>
<p>Welche Produktionen betreust Du in der Spielzeit 2011/2012?</p>
<p style="padding-left: 30px;">Ich betreue Ödön von Horváths „Zur schönen Aussicht“, eine bitterböse Komödie aus den 1920er Jahren in der Regie von Dominique Schnizer. Es spielt in einem heruntergekommenen Hotel, welches wir in den Maschinensaal des e-werks gebaut haben. Hier haben wir in der letzten Spielzeit auch die Reihe „Messe der Meister von Morgen“ etabliert, für die das Schauspielensemble eigeninitiativ Abende kreiert, die sich jenseits der klassischen Inszenierung bewegen. Wir wollen damit dem Publikum den Raum bieten, neue Formate kennenzulernen, und zeigen, dass ein Abend auch Ecken und Kanten haben darf. Hier betreue ich einige Arbeiten. Im e-werk wird im Juni 2012 auch unser Minifestival der zeitgenössischen Dramatik stattfinden. Wir haben in der vergangenen Spielzeit festgestellt, dass das Publikum sehr neugierig auf das Zeitgenössische ist.</p>
<p>Welche Inszenierung legst Du dem Publikum besonders ans Herz?</p>
<p style="padding-left: 30px;">Grundsätzlich natürlich alle. Wir haben als Mehrspartenhaus einen sehr breit gefächerten Spielplan. Brechts „Heilige Johanna der Schlachthöfe“ finde ich sehr anregend. Fragen um die erschöpfte Gesellschaft und inwiefern politisches Theater und Handeln zur Floskel und zum Alibi verkommen ist, werden hier verhandelt. In dieser Spielzeit bin ich insbesondere auf „Das Wirtshaus im Spessart“ gespannt, aber auch „Alcina“. Ich mag Alte Musik und freue mich, dass es nach wirklich langer Zeit eine Händeloper auf der großen Bühne gibt. Abgesehen davon wird das 2. Internationale Tanzfestival stattfinden, ein weiterer Weg dem Publikum künstlerische Vielfalt zu zeigen. Und das ist das Schöne am Theater: Man macht es natürlich für die Menschen und die Stadt, aber eben immer auch für sich selbst. Die Möglichkeit, ganz viel ansehen zu können, empfinde ich als Luxus.</p>
<p>Welches Projekt würdest du gern einmal in Angriff nehmen?</p>
<p style="padding-left: 30px;">Am Theater interessiert mich vor allem Interdisziplinarität. Dem Publikum möchte ich neben dem klassischen auch einen erweiterten Theaterbegriff nahe bringen, es für Neues begeistern. Ich hätte außerdem große Freude an einem spartenübergreifenden Projekt. Das ist aufgrund unterschiedlicher Arbeitsweisen und Dispositionen nicht so ohne weiteres möglich. Aber man weiß ja nie&#8230;</p>
<p>Maxi Kretzschmar im Kulturjournal Mittelthüringen 05/2011</p>
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